CoIQ-Research: Privatanleger sehen keinen Grund zur Panik bei einer Bankenkrise

Kritiker verweisen seit langer Zeit darauf, dass der schnellste Zinsanhebungszyklus der FED die Stabilität des Finanzsystems gefährden würde. Mit den Unruhen im Bankensektor wurden diese Sorgen in Teilen bestätigt. Schlagzeilen zur nächsten Bankenkrise füllen die News Outlets, doch wie so oft fehlt es an objektiver Einordnung. Unsere Umfrage zeigt, dass Anleger bei der aktuellen Marktsituation keinen Grund zur Panik sehen. Die meisten Teilnehmer glauben, dass sie weniger stark oder gar nicht von einer erneuten Bankenkrise betroffen wären. Als Vermögensschutz setzen Anleger auf Diversifikation und Cash-Reserven. In unserem Top Investor Portfolio haben Banken lediglich eine Allokation von etwa einem Prozent.

Methodik: Seit 2008 messen und verfolgen wir die kollektiven Anlageentscheidungen von über 50.000 Teilnehmern an der von uns betriebenen Börsensimulation und Performance-Tracking-Plattform informunity. Unser Ziel ist es die kollektive Intelligenz dieser Gruppe zu nutzen, um die aktuelle Bankenkrise möglichst objektiv einzuordnen. Die Teilnehmer sind großteils Privatanleger, haben umfassende Erfahrung, einen nachweisbaren Track Record und sind im Durchschnitt etwa 40 Jahre alt.

Anleger sehen keinen Grund zur Panik

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Mehrheit der Teilnehmer glaubt, dass sie zwar von einer erneuten Bankenkrise betroffen sein könnten, aber nicht in einem sehr hohen Maße. Die Umfrage zur persönlichen Betroffenheit im Falle einer erneuten Bankenkrise zeigt, dass die meisten Teilnehmer glauben, dass sie weniger stark oder gar nicht betroffen wären. Genauer gesagt, gaben nur 4% an, dass sie sehr stark betroffen wären, während 15% angaben, dass sie stark betroffen wären. Die Mehrheit der Teilnehmer (64%) gab jedoch an, dass sie weniger stark betroffen wären, während 16% angaben, überhaupt nicht betroffen zu sein.

Investoren sollten auf Diversifikation und Cash-Reserven achten

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Teilnehmer der Umfrage ein breites Spektrum von Strategien betrachten, um sich vor einer erneuten Bankenkrise zu schützen, wobei Diversifikation als die bevorzugte Strategie gilt (61%). Die zweithäufigste Strategie war, eine Cash Reserve zu halten (50%) und Vorsicht bei der Verwendung von Fremdkapital walten zu lassen (41%). Auf dem vierten Platz folgt, einen langfristigen Anlagehorizont festzulegen (37%). Teilnehmer empfahlen ebenfalls, in Anlageklassen wie Anleihen, Immobilien und Gold zu investieren, die im Allgemeinen als sicherer gelten. Es ist interessant zu bemerken, dass nur 7% der Teilnehmer die Zusammenarbeit mit Fachleuten empfohlen haben, um das Risiko eines Bankencrashs zu reduzieren.

Uneinigkeit über Stabilität im Bankensektor

Es gibt keine Klarheit darüber, wie robust und zuverlässig das Bankensystem in der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist. Die Umfrage zur Bewertung der Stabilität des aktuellen Bankensystems zeigt, dass ein beträchtlicher Anteil der Teilnehmer das System als stabil oder eher stabil einschätzt. Genauer gesagt bewerten 10% das System als stabil, während 42% es eher stabil einschätzen. Allerdings gibt es auch eine hohe Anzahl von Teilnehmern, die das System als eher instabil (37%) oder sogar als instabil (12%) betrachten.

Uneinigkeit über Wirksamkeit der Regulierung in Bankensektor

Die Umfrage zur Einschätzung der Regulierung des Bankensektors zeigt, dass die Mehrheit der Teilnehmer der Meinung ist, dass die Regulierung allein nicht ausreicht, um eine erneute Krise zu verhindern. Genauer gesagt stimmen 11% der Teilnehmer der Aussage zu, dass die Regulierung ausreichend ist, während 33% eher zustimmen. Allerdings sind auch 39% der Teilnehmer eher nicht damit einverstanden, dass die Regulierung ausreichend ist und 17% stimmen dieser Aussage sogar überhaupt nicht zu. Es gibt also keine klare Einigkeit darüber, ob die Regulierung des Bankensektors ausreichend ist, um zukünftige Finanzkrisen zu verhindern.

Anleger halten die Eigenkapitalquote und hohe Transparenz bei Banken für wichtig

Bei der Umfrage wurden die Teilnehmer gebeten, drei Faktoren auszuwählen, die ihrer Meinung nach am meisten zur Stabilität des Bankensystems beitragen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Eigenkapitalquote als wichtigster Faktor betrachtet wird (55%), gefolgt von Transparenz und Offenlegung (50%), Regulierung (45%) und Risikomanagement (43%). Widerstandsfähigkeit und Diversifikation gegenüber systemischen Risiken folgen mit jeweils 37% und 32% auf nächster Stelle. Eine gute Unternehmensführung wurde als der am wenigsten Wichtige Faktor bezeichnet.

Portfolio Trends: Nur etwa 1% Bankaktien

Der Finanzsektor hat im informunity Top Investor Portfolio eine Gewichtung von 6,5%. Im Vergleich zum All Country World ETF ist dies in etwa die Hälfte. In den Vergangenen drei Jahren lag der Durchschnitt bei etwa 5%. Banken sind mit etwa einem Prozent kaum enthalten. Beliebte Finanzaktien in den Vergangenen 12 Monaten waren Paypal, BlackRock, Allianz und die Munich Re. Die größten Banken im Portfolio waren die ING Group und Goldman Sachs, jedoch mit einer unterdurchschnittlichen Gewichtung von weniger als 0,5%. Das Portfolio besteht aus 51% Growth-Aktien, 41% Value-Aktien und 9% Blend-Aktien. Das Portfolio ist damit diversifiziert aufgestellt. Mehr zu Performance und Portfolio findet Ihr in unserem letzten Update.

Das informunity Top Investor Portfolio besteht aus 100 Aktien. Auf diesem Portfolio basiert der von uns betriebene CoIQ Collective Intelligence Fund (ISIN DE000A3C91C5) im Wesentlichen. Das Portfolio ist diversifiziert aufgestellt und passt sich schnell an neue Marktsituationen an. Die enthaltenen Unternehmen sind kapitalkräftig und können auch lange Rezessionsphasen durchstehen. Die Überrendite der Portfolios wurde immer in Aufwärtsphasen generiert. Da Aufwärtsphasen an der Börse deutlich überwiegen, sind wir vom langfristigen Erfolg des Portfolios überzeugt.

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Zur Umfage: Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage im März 2022 unter 148 Teilnehmern der von uns betriebenen Börsensimulation und Lernplattform informunity.

Anlegerhinweise: Alle veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Vergangene Performance ist zudem kein Indikator für die zukünftige Performance. Weitere Risikohinweise im Disclaimer.

Johannes Thomas
, 27. März 2023

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