CoIQ Research: KI – die nächste Superblase ?

Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt an Bedeutung und wird den Aktienmarkt stark beeinflussen. Unsere Umfrage zeigt, dass Privatanleger KI als Wachstumskatalysator sehen, mit Technologieaktien als potenziellen Gewinnern und traditionellen Branchen als möglichen Verlierern. Die Mehrheit erwartet dabei in den nächsten zwei bis fünf Jahren signifikante KI-Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Skepsis besteht allerdings hinsichtlich der Breitenwirkung auf die Gewinne von Unternehmen. Darüber hinaus erfordert die potenzielle Disruption durch KI in den Augen der Anleger eine sorgfältige Kontrolle und Regulierung.

Methodik: Seit 2008 messen und verfolgen wir die kollektiven Anlageentscheidungen von über 50.000 Teilnehmern an der von uns betriebenen Börsensimulation und Performance-Tracking-Plattform informunity. Unser Ziel ist es die kollektive Intelligenz dieser Gruppe zu nutzen, um die aktuelle Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) möglichst objektiv einzuordnen. Die Teilnehmer sind großteils Privatanleger, haben umfassende Erfahrung, einen nachweisbaren Track Record und sind im Durchschnitt etwa 40 Jahre alt.

Nachhaltiger Einfluss von KI auf Produktivität und Wachstum

Insgesamt 93% der Teilnehmer stimmten zu oder stimmten eher zu, dass KI einen nachhaltigen Einfluss auf die Produktivität und das Wachstum von Unternehmen haben wird. Nur eine kleine Minderheit von 6% äußerte Zweifel. Diese Zahlen unterstreichen die hohen Erwartungen, die Anleger in die transformative Rolle der KI im Geschäftsumfeld setzen.

Gewinnsteigerung durch KI nicht zwangsweise für alle Unternehmen.

Die Meinungen sind geteilter, wenn es um die Frage geht, ob nur einige wenige Unternehmen in der Lage sein werden, ihre Gewinne durch KI zu erhöhen. 48% der Befragten stimmten zu oder stimmten eher zu, dass dies der Fall sein würde, während 50% dies ablehnten oder eher ablehnten. Dies deutet auf Unsicherheit darüber hin, wie breit die Vorteile von KI in der Unternehmenslandschaft verteilt sein werden.

Potential von KI für den Aktienmarkt

Das Vertrauen in das Potenzial von KI, den Aktienmarkt positiv zu beeinflussen, ist bei den Befragten hoch. Insgesamt 74% bewerteten das Potenzial als „hoch“ oder „sehr hoch“, während nur 21% es als „niedrig“ oder „sehr niedrig“ einstuften. Dies zeigt ein hohes Maß an Optimismus in Bezug auf die Fähigkeit von KI, den Aktienmarkt anzukurbeln.

Die nächsten fünf Jahre werden entscheidend

Knapp zwei Drittel der Befragten erwartet, dass sich der Einfluss von KI auf den Aktienmarkt innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre manifestieren wird. Nur 8% glauben, dass dies erst in zehn Jahren oder später geschehen wird. Immerhin 27 Prozent scheinen an einen vorübergehenden Hype zu glauben: sie sind der Meinung, dass die größte Wirkung innerhalb eines Jahres an der Börse sichtbar wird.

Technologie Unternehmen wie Microsoft, Apple und NVIDIA profitieren besonders stark von KI

Auf die Frage, welche Aktien und Branchen am meisten von der KI profitieren könnten, zeigte sich ein deutlicher Trend zugunsten von Technologieunternehmen und -aktien, darunter Giganten wie Microsoft, Google, Amazon, Apple und Nvidia. Insbesondere der Chiphersteller Nvidia und das Softwareunternehmen Microsoft wurden häufig genannt.e.

Einzelhandel, Handwerk, Bau sowie Öl und Gasförderer verlieren

Die Umfrage zeigt aber auch einen Einblick zu den potenziellen „Verlierern“ im Zuge des KI-Hypes. Mehrere Teilnehmer äußerten Bedenken gegenüber Unternehmen, die sich nicht schnell genug an die KI-Entwicklung anpassen, insbesondere in traditionellen Branchen wie Einzelhandel, Handwerk und Bau. Finanz- und Beratungsdienstleistungen, sowie die deutsche Automobilindustrie wurden ebenfalls als gefährdet angesehen. Eine bemerkenswerte Erwähnung waren Rohstoffunternehmen, insbesondere Öl- und Gasförderer. Trotz der Vielfalt der Antworten, betonten viele Teilnehmer die Schwierigkeit, konkrete „Verlierer“ zu identifizieren und schlugen vor, dass das Ausmaß der Auswirkungen von der Anpassungsfähigkeit der einzelnen Unternehmen abhängen wird.

Anleger fürchten um Verlust der Privatsphäre und fordern verstärkte KI Regulierung

Die Kommentare der Umfrageteilnehmer zeigen ein breites Spektrum an Ansichten zur KI. Einige befürchten negative Auswirkungen auf Arbeitsplätze, insbesondere in Verwaltungs- und Fachbereichen, sowie Risiken für die Privatsphäre. Andere sehen KI als Chance für Kreativbranchen und vergleichen ihre potenzielle Wirkung mit der der Industrialisierung. Es gibt Bedenken hinsichtlich einer möglichen Blasenbildung am Aktienmarkt durch KI und der Notwendigkeit, KI-Transaktionen von menschlichen zu trennen. Trotzdem gibt es auch Optimismus hinsichtlich einer erhöhten Transparenz und Vorhersagbarkeit des Marktes durch KI. Viele plädieren für eine Kontrolle und Regulierung der KI-Entwicklung durch eine neutrale Stelle.

Portfolio Trends: hohe Gewichtung von Tech Aktien

Der Informationstechnologie Sektor hat im informunity Top Investor Portfolio eine Gewichtung von 40% (Stand 12.06.2023). Im Vergleich zu einem Anteil von 24% am Informationstechnologie Sektor im All Country World ETF (Stand 30.05.2023) ist dies eine starke Übergewichtung. In den Vergangenen drei Jahren lag der Durchschnitt bei etwa 35%. Insbesondere erfreulich ist, dass die Top Investoren das Potential hinter KI früh erkannt haben und Nvidia entsprechend mit 9,9% und Microsoft mit 4,9% hoch gewichtet sind. Andere Profiteure von KI wie Apple und Tesla sind ebenfalls mit jeweils 9,2% und 8% vertreten. Das Portfolio besteht nun aus 62,7% Growth-Aktien, 28,4% Value-Aktien und 9% Blend-Aktien. Das Portfolio ist damit Chancen orientiert aufgestellt. Mehr zu Performance und Portfolio findet Ihr in unserem letzten Update.

Das informunity Top Investor Portfolio besteht aus 100 Aktien. Auf diesem Portfolio basiert der von uns betriebene CoIQ Collective Intelligence Fund (ISIN DE000A3C91C5) im Wesentlichen. Das Portfolio ist diversifiziert aufgestellt und passt sich schnell an neue Marktsituationen an. Die enthaltenen Unternehmen sind kapitalkräftig und können auch lange Rezessionsphasen durchstehen. Die Überrendite der Portfolios wurde immer in Aufwärtsphasen generiert. Da Aufwärtsphasen an der Börse deutlich überwiegen, sind wir vom langfristigen Erfolg des Portfolios überzeugt.

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Zur Umfrage: Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage im Juni 2023 unter 339 Teilnehmern der von uns betriebenen Börsensimulation und Lernplattform informunity.

Anlegerhinweise: Alle veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Vergangene Performance ist zudem kein Indikator für die zukünftige Performance. Weitere Risikohinweise im Disclaimer.

Balthasar Becker
, 27. Juni 2023

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